Kinderhaus am Ostseefjord
                                                                                               

  

In unserer Einrichtung praktizieren wir eine partizipativ-autoritative Erziehung. So gibt es neben klaren Regeln auch Raum für kindgerecht gestaltete Mitwirkung und demokratische Mechanismen, beispielsweise im wöchentlichen „Kinderrat“. Die Entwicklung der bei ins lebenden Kinder und Jugendlichen wird vom Betreuerteam angemessen lenkend begleitet und es wird im fördernden Maße auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder eingegangen.

Unsere übergeordneten Ziele in der Erziehung, neben den individuellen Zielen der einzelnen Kinder und Jugendlichen, sind unter anderem die Stärkung der eigenen vorhandenen Ressourcen, Entwicklung sozialer Kompetenzen, die Aufarbeitung belastender Biografien, Entdeckung der Selbstwirksamkeit sowie die Schaffung einer Zukunftsperspektive. Hierbei beziehen wir die Herkunftsfamilie, wo es möglich und sinnvoll ist, in diesen Prozess mit ein.

Unsere pädagogische Grundhaltung beinhaltet Annahme, Achtung, Verständnis, konstruktives Denken und Handeln sowie Kontinuität und Geduld.

Wir möchten Kinder und Jugendlichen ein Lebensumfeld bieten, das ihnen zugewandt ist, ihren individuellen Charakter respektiert, ihre persönlichen Ressourcen stärkt und ihnen individuelle Entwicklungsmöglichkeiten auch außerhalb allgemein gültiger Altersnormen ermöglicht.

Unser pädagogisches Leitbild wird von vorbehaltloser Akzeptanz des jungen Menschen, unabhängig von seiner Herkunft, gesellschaftlichen Bedeutung oder persönlicher Leistung  sowie dem Anrecht des jungen Menschen auf persönliche Entfaltung, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe geprägt.


In unserer Einrichtung verfolgen wir das Konzept einer Zwischenform aus beziehungs-intensiver Betreuung und einer Schichtdienstgruppe. Wir als betreuend tätiges Erzieherehepaar mit täglicher Präsenz, bieten gemeinsam mit den bei uns tätigen Schichtdienstkräften als Team eine Betreuungsstruktur, welche die Merkmale beider Betreuungssettings miteinander verbindet. Mit einer Gruppengröße von maximal 7 Plätzen bieten wir einen hinreichend kleinen Rahmen für alle Kinder und Jugendlichen, die ein überschaubares und schützendes soziales Umfeld benötigen, zugleich aber eine personalintensivere Betreuung  erfordern.

Zudem arbeiten wir innerhalb dieses Grundkonzepts mit tiergestützter Therapie in Form von therapeutischem Reiten (extern), pädagogisch begleitetem Kontakt mit Nutz- und Kleintieren (intern, Zwergkaninchen und Zwergziegen) sowie mit der Einbindung von Naturerleben und Wassersport.

Unsere Arbeit mit bindungsgestörten Kindern und Jugendlichen ist oftmals geprägt von bindungs-testenden oder bindungs-destruktiven Handlungs- und/ oder Kommunikationsmustern seitens der Betreuten, was im Alltag die Möglichkeit bzw. den Raum für einen zeitweisen Rückzug der involvierten Betreuungsperson aus der Situation notwendig macht. Die bei uns zusätzlich tätigen Fachkräfte sowie weitere Kräfte stellen sicher, dass den Kindern und Jugendlichen täglich wechselnde Ansprechpartner zur Verfügung stehen, die dem bindungsgestörten Kind/ Jugendlichen alternative Beziehungsangebote machen, die auf geringerer Häufigkeit und Intensität beruhen und ihrem individuellen Bedürfnis nach Nähe aber auch Distanz entsprechen.

Andererseits benötigen Kinder und Jugendliche, deren Entwicklung im Verlauf eine engere Bindung zulässt, die Möglichkeit, eine Betreuungsperson zeitweise nur für sich zu haben, um abseits der Gruppe von sich aus eine Bindung nach eigenen Bedürfnissen anbahnen zu können. Dafür stellen wir als Erzieherehepaar durch unsere tägliche Präsenz das Angebot der überdauernden Beziehung sicher, aber ohne dass ein Kind oder Jugendlicher sich notwendigerweise darauf einlassen muss.  

Als Erweiterung des Grundkonzepts arbeiten wir mit einem selbst entwickelten Stufenmodell als wegweisende Hilfestellung zur Reintegration des Kindes/ Jugendlichen in die Herkunftsfamilie, welches flexibel auf die aktuelle Situation der einzelnen Beteiligten reagieren und im Bedarfsfall bereits auf kleinem Level erfolgte Entwicklungen stabilisieren kann.

Die Eltern/ Familien der bei uns lebenden Kinder sind ein wichtiger Bestandteil des pädagogischen Prozesses und werden, je nach ihren individuellen Möglichkeiten, in die Erziehung/Entwicklung ihrer Kinder mit einbezogen.

Unser Modell ist in 5 Stufen unterteilt. Jede dieser Stufen beinhaltet jeweils eine Intensivierung/ Steigerung der Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kind und Einrichtung als Ergänzung/ unter Beibehaltung der bisherigen Maßnahmen vorangegangener Stufen. Zielsetzung dieses Stufenmodells ist die Rückführung des Kindes/ Jugendlichen in die Herkunftsfamilie.  Voraussetzung für die Umsetzung bzw. den Beginn des Stufenmodells ist in der Regel eine Unterbringung im Leistungsbereich. Je nach individueller Absprache mit der zuständigen Entsendestelle (beispielsweise bei positiver Prognose) und unter Berücksichtigung des Schutzauftrages für das betreffende Kind, ist eine Arbeit mit dem Stufenmodell auch bei Unterbringungen im Grau- oder Gefährdungsbereich möglich. Hierbei wird zunächst eine kleinschrittige Elternarbeit auf dem Level von Stufe I (regelmäßiger Telefonkontakt nach genauen Vorgaben) angestrebt und bei gegebener Möglichkeit stabilisiert. Der weitere Verlauf sowie mögliche Perspektiven des Stufenmodells werden mit der Entsendestelle vereinbart und in engmaschigem Austausch reflektiert.  

Wir arbeiten regelmäßig oder intermittierend beispielsweise mit folgen Institutionen zusammen:

- Kinder- und Jugendpsychiatrie Schleswig

- Kinder- und Jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Praxen in Eckernförde

- Wagenhaus-MVZ in Rendsburg

- Kinder- und Jugendpsychiatrische und -psychotherapeutische Praxis in Jübek

- UKSH Kiel (Kinderkliniken)

- Kinder- und Jugendgemeinschaftspraxis Schleswig

- Praxis für Kinder- und Jugendmedizin in Kropp

- Förderzentrum Schleswig-Kropp

Darüber hinaus findet eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Lehrkräften, Sozialarbeitern und Integrationskräften an den Schulen der Kinder und Jugendlichen statt. Uns sind zudem regelmäßige Absprachen und Abstimmungen mit allen Beteiligten hinsichtlich des professionellen Umgangs mit den unterschiedlichen Verhaltensmustern unserer Betreuten wichtig, damit die Erziehung möglichst einheitlich geschieht.

Für ein zielgerichtetes Anknüpfen an Maßnahmen und/oder Kontaktpersonen der jeweiligen Institution achten wir auf personelle Kontinuität bei der individuellen Begleitung unserer Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Kooperationen.  

Das Kinderhaus befindet sich im Außenbereich des Dorfes Fahrdorf, umgeben von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Erschlossen wird das Grundstück durch eine nur von Anliegern befahrene Sackgassenstraße, die direkt zur Schlei führt. Die Entfernung zum Ortskern von Fahrdorf beträgt etwa 1 Kilometer. Das Wohnhaus steht auf einem Hofgrundstück mit mehreren freizeitlich genutzten Gebäuden und einer direkt angrenzenden circa 2 Hektar großen Weide.  

In Sichtweite des Gebäudes befindet sich die Schlei. Das Außengelände umfasst eine Fläche von circa 1 Hektar, auf dem sich ein verwilderter Obstgarten, ein umzäunter Bereich direkt am Wohnhaus, ein „Tobe-Berg“, Spielgeräte sowie ein kleiner Bolzplatz befinden.

Das Gebäude ist 2008 neu erbaut worden und räumlich wie ein Einfamilienhaus konzipiert. Es besteht aus einem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen.  Im Erdgeschoss befinden sich 1 Eingangsflur mit Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kleidung und Schuhe, 1 Hauswirtschaftsraum, 2 Badezimmer mit WC und Dusche, 3 Schlafräume für Kinder sowie ein Wohn- und Essraum mit angrenzender Küche, welche die Anforderungen an Gemeinschaftsverpflegung erfüllt. Im 1. Stockwerk befinden sich 3 Schlafräume für Kinder, teilweise mit Balkon. Eines davon wird genutzt als Zweitbettzimmer für jüngere Kinder. Des weiteren befindet sich ein Badezimmer sowie der Mitarbeiterschlafraum/ Bürozimmer auf der Etage. Die Belegung des Doppelzimmers erfolgt gemäß den Vorgaben der KJVO.  Im 2. Stockwerk befinden sich 2 Abstellräume, einer davon mit angrenzendem Badezimmer für MitarbeiterInnen.  Der Wohn- und Essraum ist offen angelegt mit zahlreichen Fenstern und verglasten Balkontüren. Im Essbereich befindet sich ein Kaminofen. Die Treppe öffnet sich zum Wohnraum hin, ein Freiraum über der Haupteingangstür mit Balkoncharakter mündet am oberen Treppenansatz, was das offene Wohnraumkonzept noch unterstützt.  

Auf dem Grundstück befinden sich momentan eine Schaukel, eine Bergrutsche, 1 große Sandkiste, Kletterbauten am „Tobe-Berg“, ein kleiner Bolzplatz sowie kleine umfasste Beete der Kinder. Das selbstgebaute Spielhaus wird gerade an anderer Stelle neu errichtet, da es auf dem Berg zu windanfällig war. Die hausinternen Freizeitangebote wie Werken und Basteln sowie zur Reparatur von Gerätschaften und Fahrrädern befinden sich im Carport; dort steht ein entsprechend ausgestatteter Werkzeugschrank sowie eine Aufbewahrungsmöglichkeiten für Spielgeräte befinden sich in einem Nebengebäude auf dem Hofgelände.  Während der Ferienzeiten führen wir gemeinsame Urlaube mit allen Kindern im Kinderhaus durch. Urlaubsziele können unter anderem die norddeutschen Küsten und Seenplatten sowie Ziele in Dänemark sein. Alle kinderhauseigenen Freizeitaktivitäten und Ferienfahrten werden im Einklang mit den vorhandenen Bedürfnissen der bei uns lebenden Kinder geplant und umgesetzt. Darüber hinaus haben die Kinder auch die Möglichkeit, je nach Alter und Entwicklungsstand, zusätzlich an Freizeitfahrten externer Anbieter, wie beispielsweise Sport- oder Jugendvereinen, teilzunehmen.  Durch den Standort des Kinderhauses nahe am Ostseefjord Schlei gibt es auch zahlreiche alltägliche Freizeitmöglichkeiten. So bieten die benachbarten, auch bei Urlaubern beliebten Schleidörfer Stexwig und Borgwedel mit Hafenanlagen, Wanderwegen, Stränden und Spielplätzen am Wasser, die fußläufig oder per Fahrrad für uns gut zu erreichen sind, zahlreiche Erlebnis- und Beschäftigungsmöglichkeiten und dienen oft als Startpunkt für unsere Wassersportaktivitäten.  Die Wander- und Erkundungswege rund um die ortsnahe Wikingersiedlung Haithabu sowie das Haddebyer Noor, welches durch den Ostseefjord gespeist wird, sind als Erlebnisort bei den Kindern ebenfalls beliebt. Gemeinsames Kochen und Backen, Basteln und Werken, sportliche Aktivitäten auf dem Gelände sowie angeleitetes Bogenschießen für Kinder ergänzen unsere regelmäßigen Ausflüge entlang der Schlei sowie auch an die nahe Ostsee.

In unserem Kinderhaus finden in regelmäßigen Abständen Supervisionen, geleitet durch einen externen Anbieter statt. Diese werden entweder im monatlichen Rhythmus oder aber 2x im Quartal durchgeführt und finden im Rahmen von Teamsupervisionen oder aber als Fallsupervision statt, um beispielsweise neue Impulse für die Arbeit zu erhalten.    

Rechtsgrundlagen der Unterbringung  Das Kinderhaus am Ostseefjord ist eine private Einrichtung der freien Jugendhilfe und erbringt stationäre Hilfen:  

Hilfe zur Erziehung gem. § 34 SGB VIII

Eingliederungshilfe gem. § 35a SGB VIII

Die Hilfen werden im Rahmen von Heimerziehung über Tag und Nacht in einer Wohngruppe mit 7 Plätzen für Kinder und Jugendliche erbracht.    

In das Kinderhaus am Ostseefjord, nehmen wir bis zu 7 Kinder – beiderlei Geschlechts – im Alter ab 3 Jahre auf. In Ausnahmefällen, die eine temporär begrenzte Erlaubnis durch die Heimaufsicht voraussetzen, können Geschwisterkinder im Alter unter 3 Jahren mit aufgenommen werden.  In der Regel sind die Kinder zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme bis zu 10 Jahre alt. Ältere Kinder und Jugendliche, die bei uns in der Kinderwohngruppe „groß“ geworden sind, betreuen wir in der Regel maximal bis zum Übergang in unsere Verselbständigungsgruppe oder – je nach individueller Entwicklung – über das  16. Lebensjahr hinaus.  Aufgenommen in die Kinderwohngruppe werden von uns vorrangig jüngere Kinder, die eine differenzierte Beziehungs- und Bindungsarbeit in einem überschaubaren und schützenden sozialen Umfeld benötigen.  In unsere Einrichtung nehmen wir unter anderem Kinder mit folgenden Problematiken auf:

ausgeprägter Beziehungs- und Bindungsproblematik in Bezug auf Eltern und Erwachsenen

einhergehend mit Anpassungsproblemen, manifestiert z.B. durch

dissoziales Verhalten,

Distanzlosigkeit,

sexualisiertes Verhalten;

emotionalen Auffälligkeiten, welche u.U. multipel und in differenter Ausprägung vorhanden sein können; Beispiele hierfür sind:

hyperkinetische Störung,

mangelnde Impulskontrolle,

selbst- und fremdverletzendes Verhalten,

Phobien.


Indikationen sind u.a. folgende biografische Vorbelastungen:

Traumatisierungen durch familiäres Umfeld (z.B. Trennung der Elternteile, physische und/oder psychische Gewalterfahrungen, Vernachlässigung und andere Formen der KWG)

speziell: Erfahrung der Parentifizierung oder der Partnersubstitution

speziell: Suchtmittelmissbrauch der Eltern, u.U. auch während der Schwangerschaft


Im Einzelfall nehmen wir auch Kinder auf, bei denen eine Unterbringung nach § 35 a SGB VIII bzw. § 53 SGB XII – Eingliederungshilfe – angezeigt ist. In einem solchen Fall werden ggf. Zusatzleistungen in Zusammenarbeit mit therapeutischen Fachkräften erbracht (zu vereinbaren über die Hilfeplanung).  
  

Grundsätzlich nicht von uns aufgenommen werden Kinder mit einer akuten Suchtmittelabhängigkeit sowie Kinder, bei denen aufgrund erheblicher körperlicher Beeinträchtigungen dauerhaft ein Pflegebedarf weit über das normale entwicklungsbedingte Maß hinaus geht; die Einrichtung ist nicht barrierefrei.  Über weitere Gründe, die zu einem Betreuungsausschluss führen können, wird von Fall zu Fall individuell entschieden.  
  
Die Partizipation der bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen in ihren Lebensbereichen erfolgt u.a. durch:

die Mitgestaltung des eigenen Zimmers (auch Möblierung)

die Mitgestaltung der Gemeinschaftsräume und Essenspläne

Mitsprache bei der Wahl von Freizeitaktivitäten, Ausflügen und Fahrten

die gemeinsame Ausarbeitung von Haus- und Gruppenregeln

das Einbringen von Wünschen und Anliegen in den wöchentlichen „Kinderrat“


   Einmal wöchentlich findet der sog „Kinderrat“ statt, in dem die Kinder ihnen persönlich wichtige Anliegen – sie selbst oder auch andere Personen in der Einrichtung betreffend – thematisieren können. Auch die Alltagsgestaltung sowie die Planung gemeinsamer Unternehmungen werden in diesem Rat besprochen. Über die Themen und Ergebnisse des Rates werden jeweils schriftliche Aufzeichnungen angefertigt und die Umsetzung beim nächsten Rat kontrolliert. Die Kinder haben bei aktuellen Anlässen jederzeit die Möglichkeit, um einen außerordentlichen Kinderrat zu bitten. Hierbei wird im Einzelfall vom Betreuungsteam über die Dringlichkeit entschieden.  Zudem haben die Kinder die Möglichkeit, Kritik, Sorgen oder auch Anregungen entweder anonym oder mit Namen versehen als Nachricht in einer eigens dafür angebrachten „Postbox“ im Haus zu hinterlegen. Die darin befindlichen Nachrichten werden täglich gesammelt und je nach Thema und/ oder Dringlichkeit entweder beim wöchentlichen Kinderrat besprochen oder auf Wunsch auch zeitnah geklärt.  Wünsche und/oder Beschwerden werden, sobald sie eingegangen sind, im Team aufgegriffen und besprochen. Die Kinder erhalten zeitnah eine Rückmeldung auf ihre Beschwerde und/oder es wird ihnen eine Lösungsmöglichkeit angeboten. Darüber findet eine klientenbezogene Dokumentation statt.  

Alle Kinder und Jugendliche, die in unserem Kinderhaus leben, sind in Kinder- und Jugendpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Praxen extern angebunden. Es finden regelmäßige Verlaufsgespräche mit den behandelnden Psychiaterin und Psychologen statt. Außerdem arbeiten wir seit vielen Jahren mit einer Reittherapeutin im benachbarten Ort Selk (bei Schleswig) zusammen. Dort gibt es 3 ausgebildete Therapiepferde; zum Ablauf der Therapie sowie auch zur Therapeutin selbst haben unsere Kinder einen sehr guten Zugang. Als weiteres Angebot zur Interaktion mit Tieren bieten wir den Kindern (als Kleinstgruppe mit 1 oder 2 Teilnehmern) stundenweise Kontakt mit zahmen Zwergkaninchen und Zwergziegen an.


Wir bieten den bei uns lebenden Kindern eine aktive Mitgliedschaft in einem oder mehreren Vereinen in örtlicher Umgebung. So sind einige unserer Kinder Mitglied bei den Gemeindepfadfindern, im Sportverein (Fußball), bei der Jugendfeuerwehr oder beim Kinderturnen.

Sofern ein Kind aufgrund von Lernschwierigkeiten aus unserer Sicht eine Förderdiagnostik benötigt, nehmen wir Kontakt mit der Schule und mit dem Förderzentrum Schleswig-Kropp auf. Der im Verlauf erarbeitete Förderplan ist wird in gemeinsamen Förderplangesprächen an den Schulen überprüft und ggf. angepasst.


Belastete Schulbiografien finden sich heute bei der Mehrzahl der bei uns untergebrachten Kinder, da das System Schule sowohl Kindern als auch ihren Familien viel abverlangt, was bei ressourcenschwachen Verhältnissen oft dazu führt, dass Kinder nicht oder nur noch unzureichend bei ihrem Schulbesuch unterstützt werden. Ablehnung und Misstrauen zum System Schule sowie Resignation oder Leistungsverweigerung sind nur Beispiele dafür, wie sich belastete Schulbiografien äußern können.

Wir bieten unseren Kindern und Jugendlichen zielgerichtet engagierte, flexible und ausreichend vernetzte Hilfestellungen bei der Bewältigung der schulischen Anforderungen. Dies beinhaltet, unterstützt durch die geeignete, kindgerechte Strukturierung des Tages mit Morgenritualen, einer festen Zeit am Nachmittag für die Hausaufgaben sowie auch ausreichend Zeit zum gemeinsamen Lesen ebenso die Fahrt in die Schule, Übergabe an eine schulische Betreuungskraft bzw. die Lehrkraft, bei Bedarf Einrichtung einer Schulbegleitung sowie regelmäßige intensive Kontakte mit der Schule. Im Falle eines zeitlich befristeten Schulausschlusses oder einer temporären Stundenreduzierung kann in Zusammenarbeit und Absprache mit der Regelschule zeitlich begrenzt vormittags auch eine anderweitige Unterrichtung Zuhause, unterstützt durch bereitgestelltes Arbeitsmaterial der Regelschule, erfolgen. Alternativ binden wir das Kind am Vormittag stundenweise in gemeinsame, sinnstiftende Tätigkeiten ein.

In unserem Kinderhaus arbeiten wir zur Förderung sozialer Kompetenzen unter anderem in Kleinstgruppen mit 2 oder 3 Kindern; dabei achten wir auf die fördernde Zusammenstellung der Gruppe, je nach Erfordernis und zu bearbeitendem Bereich. Auch führen wir, je nach Alter und Entwicklung der Kinder und Jugendlichen intensive Reflektionsgespäche und entwickeln gemeinsam mit ihnen Handlungsalternativen. Rollenspiele gehören ebenfalls zu unseren Methoden, um bei Kindern und Jugendlichen soziale Kompetenz zu fördern.

Sofern bei einem Kind oder Jugendlichen aufgrund seiner Biografie und/ oder seiner Entwicklung eine pädagogisch-therapeutische Hilfe benötigt wird, vermitteln wir ein entsprechendes externes Angebot, beispielsweise bei einem Ergotherapeuten, Traumapädagogen, Psychotherapeuten etc. Im Kinderhaus arbeiten wir u.a. mit Modelllernen, Verstärkung und Erlebnispädagogik. Bei Kindern, in deren Biografie beispielsweise schwerwiegende Brüche oder andere belastende, teils traumatisierende Erlebnisse zu finden sind, welche eine therapeutische Aufarbeitung benötigen, ist eine besonders enge Begleitung des therapeutischen Prozesses sehr wichtig. Wir arbeiten bereits viele Jahre erfolgreich mit therapeutischen Praxen zusammen und können bei einem sich entwickelnden seelischen Notstand bei einem Kind oder Jugendlichen diesen zum einen durch Beobachtung und Auswertung im Team frühzeitig erkennen und zum anderen durch engen Kontakt mit den Therapeuten der Kinder und Jugendlichen zeitnah intervenieren.  Im Falle von schwereren Krisen besteht im Einzelfall die Möglichkeit der internen, stundenweisen Einzelbetreuung durch eine ergänzende Fachkraft sowie die Einbeziehung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig.